Zusammenwirken von Politik, Religionen und gesellschaftlichen Organisationen im Institut

Eines der Erfolgsrezepte des Instituts war von Anfang an die ausgewogene Besetzung seines Teams und seiner Gremien. Das war die Lehre, die seine Gründerinnen und Gründer aus den Stürmen zogen, die dem Moscheebau von 1995 – dem ersten in der Bundesrepublik –  vorangegangen waren.

Dabei war klar geworden, dass die öffentliche Existenz des Islam in Deutschland neben seiner religiösen Bedeutung (vielen Christen in Europa ist der Islam eine zwar weitgehend unbekannte aber mit Ängsten besetzte „fremde“ Religion) – eine enorm politisch brisante Erscheinung ist. Und das galt auch schon 1995 – lange vor dem 11. September 2001.

Ein Glück übrigens, dass wir in Mannheim lange vor diesem Datum, an dem hysterische Angst ausbrach, unsere Erfahrungen machen und einigermaßen krisensichere Strukturen und Beziehungen aufbauen konnten. Dazu gehörte und gehört, dass das Team, das die praktische Arbeit macht, interethnisch und interreligiös zusammengesetzt sein und ein möglichst vertrauensvolles und stabiles Binnenverhältnis haben muss. Das waren am Anfang Dr. Albert, Bekir Alboga und Talat Kamran, jetzt sind es seit vielen Jahren Talat Kamran und Ulrich Schäfer Wenn es im Team kriselte, war immer zugleich das Institut gefährdet.

Ebenso wichtig war die Zusammensetzung des Vorstandes, in dem immer neben dem Ausländerbeauftragten der Stadt (jetzt dem Integrationsbeauftragten), Vertreterinnen und Vertreter der wesentlichen Stadtratsfraktionen und der Kirchen sowie im Beirat Spezialistinnen und Spezialisten der Orientalistik und Islamwissenschaft vertreten waren.

Das brachte seitens der Stadt ideellen Rückhalt und Wertschätzung sowie ca. ein Drittel der benötigten Gelder ein, schützte uns vor dem nahe liegenden Vorwurf der „Parteilichkeit“ (im religiösen wie im politischen Sinne), ersparte überflüssige Kontroversen im Stadtrat und kirchlichen Gremien und gab wissenschaftlichen Sachverstand und Beratung für Vorstand und Team, zudem kompetenten Einsatz bei Vorträgen und Seminaren.

Wir haben deshalb bei den vielen Beratungen, die wir in anderen Städten vor Ort oder für Delegationen aus anderen Städten gemacht haben, immer wieder auf diese notwendigen Bedingungen hingewiesen, und wir gehen zu Moscheeführungen, bei denen wir ein sehr kritisches Publikum erwarten, und zu Vorträgen mit schwer abschätzbaren Gruppen immer als interreligiöses Team. Das ist zeit- und personalaufwändig, zahlt sich aber in jedem Fall aus.

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